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Anreise & beste Reisezeit

Wann sich die Räder lohnen und wie du am besten in die Region kommst.

Beste Reisezeit, Wetter & Anreise

Wann sich die Räder lohnen: Mai bis Oktober

Die Motorradsaison im Harz läuft praktisch von Mai bis Oktober. Die sonnigsten Monate sind Mai und Juni mit im Schnitt rund sieben Sonnenstunden am Tag – das Fenster Ende Mai bis Ende Juni gilt als ideal, weil die Hänge grün stehen und die Quartiere noch günstiger sind als in der Hauptsaison. Wer Frühjahrsfahrten plant, sollte die Höhenlage einkalkulieren: Oberhalb von 600 Metern liegen die Temperaturen erst ab Mitte April dauerhaft über null, bis Mitte Mai ist örtlich noch Bodenfrost möglich. Tagsüber klettert das Thermometer im Mai auf milde 15 Grad. Der Spätsommer und der goldene Oktober mit buntem Laub bieten oft stabile Hochdrucklagen – dann wird es auf den Treffs aber auch voll.

Höhenwetter: Rascher Umschwung statt Planbarkeit

Der Brocken ist ein Wetterextrem für sich. An rund 300 Tagen im Jahr liegt der Gipfel im Nebel – Rekordwert für Deutschland –, an etwa 178 Tagen bleibt Schnee liegen, und die Jahresmitteltemperatur beträgt nur 2,9 Grad (Bezugszeitraum 1961–1990; in den jüngeren Jahrzehnten liegt sie mit der Erwärmung höher). Mit im Mittel 1.814 Millimeter Niederschlag und Orkanböen an über 100 Tagen zählt die Brockenkuppe zu den windigsten Orten Mitteleuropas. Für Touren am Sattel heißt das: In den Hochlagen rund um Torfhaus (rund 800 m), Stieglitzecke (rund 820 m) und Sankt Andreasberg kann das Wetter binnen einer halben Stunde von Sonne in Nebelwand und Nieselregen kippen. Regenkombi und warme Schicht gehören auch im Hochsommer ins Topcase. Klare Fernsicht über 100 Kilometer ist statistisch nur an wenigen Tagen im Jahr drin.

Wochenenden meiden für freie Kurven

An sonnigen Wochenenden ist die Okerterrasse an der Okertalsperre (B498) ein viel besuchter Bikertreff, und auch Torfhaus an der B4 läuft voll – dort sammeln sich an guten Tagen schon mal über 500 Maschinen zum Start in den Oberharz. Wer die Kehren der Harzhochstraße B242 oder das Okertal frei fahren will, plant Werktage ein – früher Vormittag bringt zudem kühleren Asphalt und weniger Reisemobile.

Anreise: Von Nord, Ost und Süd

Aus Richtung Norden und Westen führt die A7 Hannover–Kassel an den Harz: Abfahrt Seesen für den Westeinstieg und die B242, Abfahrt Rhüden weiter über die B82 via Langelsheim nach Goslar. Von Osten ist die A36 (Nordharzautobahn, bis 2019 als „gelbe Autobahn" B6n geführt) der schnelle Weg – sie verbindet auf rund 120 Kilometern Braunschweig mit Bernburg und streift dabei die UNESCO-Welterbestädte Goslar und Quedlinburg sowie Wernigerode und Aschersleben. Wer von der A14 kommt, fährt bis Bernburg und wechselt auf die A36 Richtung Quedlinburg.

Aus dem Süden lohnt sich die kurvige Zufahrt durch die Werra- und Wesertäler. Von der A7 bei Bad Hersfeld führt die B27 Richtung Eschwege/Bad Sooden-Allendorf; über B27 und B244 geht es mit kräftigen Steigungen und vielen Kurven über Braunlage und Elend direkt in den Oberharz. Aktuelle Baustelle: Die B498 bei Osterode (Abschnitt Riefensbeek–B241/Soesetalstraße) ist noch bis auf Weiteres gesperrt – die Anfahrt entsprechend über Altenau oder Clausthal-Zellerfeld umplanen.