Aktuell gesperrt
| Strecke / Stelle | Was & warum | Bis wann |
|---|---|---|
| Brockenstraße ab Schierke | Dauerhaft für Kfz & Motorräder gesperrt (Nationalpark). Gipfel nur zu Fuß, per Rad oder Brockenbahn. | dauerhaft |
| B498 Osterode (Riefensbeek – B241, Sösetal) | Vollsperrung wegen Dammsanierung der Sösetalvorsperre; geplantes Bauende mehrfach verschoben. Umleitung über die B241 via Clausthal-Zellerfeld. | Termin verschoben |
| Rappbodetalsperre – Talsperrenstraße / Tunnel | An einzelnen Feiertagen (z. B. Ostern) durch den Landkreis Harz aus Lärmschutzgründen gesperrt. | einzelne Feiertage |
Stand: Juni 2026 · Tagesaktuelle Lage vor der Tour über den Verkehrswarndienst prüfen.
Sicherheit & Streckenzustand im Harz
Der Harz gehört zu den beliebtesten Motorradrevieren Norddeutschlands – und genau deshalb lohnt der nüchterne Blick auf Fahrbahn, Schutzeinrichtungen und aktuelle Sperrungen, bevor man die Kurven der B4, B242 und B498 unter die Reifen nimmt. Stand: Juni 2026. Sperrungen und Baustellen ändern sich kurzfristig; vor der Tour die aktuelle Lage über den Verkehrswarndienst oder die Seiten der Straßenbauverwaltung prüfen.
Aktuelle Sperrungen und Baustellen
Zwei Punkte sind für die Tourenplanung im Sommer 2026 relevant:
- B498 bei Osterode (Sösetal): Wegen der Sanierung des Damms der Sösetalvorsperre ist die B498 zwischen Freiheit (Anschluss B241) und Riefensbeek-Kamschlacken in beiden Richtungen gesperrt – voraussichtlich bis auf Weiteres. Die ausgeschilderte Umleitung führt über die B241 durch Clausthal-Zellerfeld. Wer das kurvige Sösetal fahren will, plant den Abschnitt entsprechend ein oder weicht aus.
- Brockenstraße ab Schierke: Die Brockenstraße ist ab dem nordwestlichen Ortsausgang Schierke dauerhaft für den öffentlichen Kfz- und damit auch Motorradverkehr gesperrt – eine Nationalpark-Regelung. Der Gipfel (1141 m, höchster Berg Norddeutschlands) ist nur zu Fuß, mit dem Rad oder per Brockenbahn erreichbar. Geparkt wird in Schierke, ausgeschildert Richtung „Nationalpark".
Fahrbahnzustand: saniert und rau im Wechsel
Die Harzhochstraße B242 wurde abschnittsweise grunderneuert – zuletzt zwischen Sonnenberg und dem Anschluss B4 in Zusammenarbeit mit den Harzwasserwerken; der erste Abschnitt von Sonnenberg bis zum Parkplatz Oderteich war binnen fünf Wochen fertig. Frisch sanierte Decken bieten guten Grip, doch zwischen den Bauabschnitten findet man weiterhin frostgeschädigte, raue Passagen mit Flickstellen und Kantenversatz – typisch für eine Mittelgebirgsstraße in über 800 Metern Höhe, die jeden Winter Frost-Tau-Wechsel aushält. Tempo an den Übergang zwischen Neubelag und Altdecke anpassen, gerade in Schräglage.
Motorradfreundliche Schutzplanken
Nach Erkenntnissen der Unfallforschung verunglücken rund 80 Prozent der außerorts tödlich verletzten Motorradfahrer an Hindernissen – etwa die Hälfte davon an Leitplanken, vor allem an den ungeschützten Stützpfosten. Unterfahrschutz (ein zweites Schutzband unterhalb der Planke) verhindert den Aufprall des rutschenden Fahrers gegen den Pfosten und ist nach Crashtests und Realunfällen wirksam. Im Harz gibt es solche Maßnahmen abschnittsweise; auf der besonders kurvenreichen B4 im Kesselberg-Bereich zwischen Braunlage und Hohegeiß wurden Rüttelstreifen mit Abstand vor den Kurven eingebaut, um vor Gefahrenstellen zu sensibilisieren.
Typische Gefahrenstellen – sachlich
Drei Klassiker sollte man im Kopf haben:
- Wildwechsel in der Dämmerung: In den waldreichen Lagen rund um Torfhaus, St. Andreasberg und das Bodetal queren Reh, Hirsch und Wildschwein – früh vom Gas, bremsbereit bleiben.
- Enge, nasse, schattige Kurven: Waldpassagen trocknen langsam ab; auf der schattigen Innenseite hält sich Feuchte. Gleichmäßige Lenkbewegungen, kein abruptes Bremsen, nicht zu tief in Schräglage.
- Laub im Spätjahr: Nasses Laub auf der Fahrbahn nimmt den Grip in der Kurve fast vollständig – frühzeitig verzögern. Kurven-ABS hilft beim Bremsen ohne Blockieren.
Die grenzübergreifende Präventionsaktion „Sicher durch den Harz" markiert seit 2008 Unfallschwerpunkte mit Warnschildern – diese Hinweise ernst nehmen.